Dr. Margot Neger (Universität Salzburg)
“Versiculi parum severi: Plinius der Jüngere über seine Karriere als Dichter”
Diskussionsleitung: Maria Anna Oberlinner
05.02.2014, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,
Trimalchio freut sich sehr darauf, mit Plinius dem Jüngeren endlich den Mann kennenzulernen, der, obwohl er ein Ex-Konsul, Ex-Statthalter von Bithynien, großer forensischer Redner und Überlebender des Vesuvs-Ausbruchs ist, wie der Freigelassene und Cena-Gastgeber in seiner Mußezeit Gedichte verfasst. Leider wird der Mann aus Como nicht persönlich erscheinen, weil Trimalchio ihn gern mit selbstverfassten versiculi begrüßt hätte:
Und da Römer Plini, unsa G’richtsassessor,
hat a Mäu grad wiar’a Messa.
Jetzat hatt’es eahm no grad vagunnt,
dass a’s boarisch wetz’n a no kunnt.
Aber Plinius wird uns ja von der lieben Margot vorgestellt, und die liebe Maria wird wiederum die Margot vorstellen. Das erwartet Trimalchio mit großer Spannung, weil er als zwei zusammen auftretende Frauen sonst nur das Paar Fortunata und Scintilla kennt, die sich immer gegenseitig ihren Schmuck zeigen – Armspangen, Beinreifen, Ohrgehänge, Glaskugeln und so Zeigs -, um damit anzugeben, sich dann zsammsaufen, miteinander kichern und sich im Rausch Bussln geben. Also damit ist bei Margot und Maria eher nicht zu rechnen, auch nicht bei der anschließenden Petronian Party. Denn sie sind beide zwei hochgelehrte, vornehme Latinistinnen, die eine aus dem berühmten Graz, die andere aus dem noch berühmteren Babensham. Außerdem steht ja der ganze Vortragsabend im feierlichen Zeichen von Margots Farewell, zu dem bisher keine Gelegenheit war, obwohl sie uns schon vor knapp einem Jahr verlassen hat und in ihr Heimatland zurückgekehrt ist. Wir werden also nach ihrem Vortrag über die lateinischen Gstanzln des Plini mit ihr gemeinsam anstoßen und ihr nachträglich alles Gute im neuen Tschopp beim lieben Thomas wünschen. Vielleicht kommen ja auch noch die ganzen Mitglieder ihres Tennisvereins unter Führung des Uwe in ihren weißen G’wändern, stehen Spalier an der Tür zum Lyrikkabinett und halten, wenn sie eintritt, ihre Räckets dachartig über sie. Und was Maria betrifft, könnte man sich vorstellen, dass die Mönche aus Gars, wo sie aufs Gymnasium ging, ihr die Ehre geben und sie dann bei der Petronian Party fragen, was sie bisher bei ihren Studien über die Remedia amoris herausgefunden hat, weil die fratres das brennend interessiert. Also, es wird mit Sicherheit ein besonders lustiges Farewell, zumal Trimalchio im Hinblick auf die Namen der beiden Damen jedem Gast ein Backerl M&M’s schenken wird, und zu alldem lädt wieder ganz herzlich ein
Ihre/Eure PSMS



