Vortrag am 05. Februar 2014

Dr. Margot Neger (Universität Salzburg)

“Versiculi parum severi: Plinius der Jüngere über seine Karriere als Dichter”

Diskussionsleitung: Maria Anna Oberlinner

05.02.2014, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

Trimalchio freut sich sehr darauf, mit Plinius dem Jüngeren endlich den Mann kennenzulernen, der, obwohl er ein Ex-Konsul, Ex-Statthalter von Bithynien, großer forensischer Redner und Überlebender des Vesuvs-Ausbruchs ist, wie der Freigelassene und Cena-Gastgeber in seiner Mußezeit Gedichte verfasst. Leider wird der Mann aus Como nicht persönlich erscheinen, weil Trimalchio ihn gern mit selbstverfassten versiculi begrüßt hätte:

Und da Römer Plini, unsa G’richtsassessor,
hat a Mäu grad wiar’a Messa.
Jetzat hatt’es eahm no grad vagunnt,
dass a’s boarisch wetz’n a no kunnt.

Aber Plinius wird uns ja von der lieben Margot vorgestellt, und die liebe Maria wird wiederum die Margot vorstellen. Das erwartet Trimalchio mit großer Spannung, weil er als zwei zusammen auftretende Frauen sonst nur das Paar Fortunata und Scintilla kennt, die sich immer gegenseitig ihren Schmuck zeigen – Armspangen, Beinreifen, Ohrgehänge, Glaskugeln und so Zeigs -, um damit anzugeben, sich dann zsammsaufen, miteinander kichern und sich im Rausch Bussln geben. Also damit ist bei Margot und Maria eher nicht zu rechnen, auch nicht bei der anschließenden Petronian Party. Denn sie sind beide zwei hochgelehrte, vornehme Latinistinnen, die eine aus dem berühmten Graz, die andere aus dem noch berühmteren Babensham. Außerdem steht ja der ganze Vortragsabend im feierlichen Zeichen von Margots Farewell, zu dem bisher keine Gelegenheit war, obwohl sie uns schon vor knapp einem Jahr verlassen hat und in ihr Heimatland zurückgekehrt ist. Wir werden also nach ihrem Vortrag über die lateinischen Gstanzln des Plini mit ihr gemeinsam anstoßen und ihr nachträglich alles Gute im neuen Tschopp beim lieben Thomas wünschen. Vielleicht kommen ja auch noch die ganzen Mitglieder ihres Tennisvereins unter Führung des Uwe in ihren weißen G’wändern, stehen Spalier an der Tür zum Lyrikkabinett und halten, wenn sie eintritt, ihre Räckets dachartig über sie. Und was Maria betrifft, könnte man sich vorstellen, dass die Mönche aus Gars, wo sie aufs Gymnasium ging, ihr die Ehre geben und sie dann bei der Petronian Party fragen, was sie bisher bei ihren Studien über die Remedia amoris herausgefunden hat, weil die fratres das brennend interessiert. Also, es wird mit Sicherheit ein besonders lustiges Farewell, zumal Trimalchio im Hinblick auf die Namen der beiden Damen jedem Gast ein Backerl M&M’s schenken wird, und zu alldem lädt wieder ganz herzlich ein

Ihre/Eure PSMS

Vortrag am 08. Januar 2014

Prof. Dr. Wolfgang Kofler (Universität Innsbruck)

“Ptolemaios in Basel: Selbstinszenierung durch Bild und Text in Sebastian Münters Cosmographia

Diskussionsleitung: Dr. Sven Lorenz (München)

08.01.2014, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

welch eine Sensation! In einem alten Kodex fand man jetzt einen Text, der in einer von den Lücken der einzigen Cena-Handschrift, des Parisinus lat. 7989 olim Traguriensis, gestanden haben muss! Darin ist zu lesen, dass Trimalchio zum Mahle auch einen hochgelehrten Grammaticus aus einem Keltenkaff an dem Flumen Isara in der Barbarenprovinz Raetia eingeladen hatte, weil ihm ein Jahr zuvor versprochen worden war, er werde während der Cena a.d. VI Id. Ian. proximi anni, also an irgendeinem 8.1. in der frühen Kaiserzeit, einen sprachwissenschaftlichen Vortrag von dem Grammaticus vernehmen; darin wolle dieser den Freigelassenen an Trimalchios Tafel zu deren größter Belustigung wissenschaftlich aufzeigen, inwiefern sich ihr Latein von demjenigen Caesars und Ciceros unterscheide. Ein halbes Jahr später bestätigte jener Grammaticus von der Isara nochmals sehr eifrig und verbindlich sein Versprechen. Als nun aber Trimalchio ihm an einem 12.12., kurz vor dem Aussenden der Einladungen, seinen Boten Emailius Electronicus in das Keltenkaff schickte, um zu fragen, ob die Zusage noch gelte, antwortete der Grammaticus nicht nur erst einmal gar nicht, so dass Emailius Electronicus in einer taberna warten, mehrere Maß cervisia trinken und dann noch einmal nachfragen musste, sondern ließ dann auch noch durch diesen ausrichten, er habe jetzt halt doch keine Zeit gehabt, den Vortrag zu schreiben und werde daher nicht kommen, zack! Okay, im Rahmen des monde à l’envers der Cena mochte dies (in der normalen Welt nicht unbedingt zu begrüßende) Verhalten gut-petronianisch erscheinen. Aber Trimalchio wollte nun einmal seine Cena an jenem 8.1. veranstalten (einfach um die Kontinuität zu wahren), und wie sollte er so schnell und noch dazu kurz vor den Saturnalienfeiertagen einen Ersatzmann finden? Doch o Wunder! Kurz darauf gewann er durch Entsenden von Emailius Electronicus einen Grammaticus aus einer Keltenstadt am Flumen Aenus für einen Vortrag, der dann bei der Cena jenes 8.1. zur größten Freude Trimalchios und seiner Gäste gehalten wurde. Wörtlich so steht es in dem Petron-Textfragment, welches jetzt aufregenderweise wiedergefunden wurde, wow! Das Schöne an der antiken Literatur ist ja – und Fachdidaktiker wissen dies besonders zu schätzen -, dass die Texte herrlich und aktuell sind wie am ersten Tag, so dass niemand falsch liegt, der sein Kind Latein lernen lässt. Auch dieser Kasus belegt das. Denn vielleicht ist durch das wiederentdeckte Textfragment präfiguriert, dass der heute in jener (mittlerweile großen) Aenus-Stadt lehrende Latinist Wolfgang Kofler, der eigentlich erst für den nächsten  Februartermin unserer Vortragsserie zugesagt hatte, jetzt ganz plötzlich schon am 8.1.2014 ans Pult des Lyrikkabinetts treten wird. Warum er das tut? Das wollen Sie/wollt Ihr wissen? Hm, räusper, räusper. Die PSMS hat so ihre Geheimnisse. Eines sei allerdings verraten: Der unendlich liebe und gelehrte Wolfi gehört zu einer kleinen Schar auswärtiger Freunde der PSMS, die IMMER WIEDER für unsere Institution – sie ist bekanntlich vom guten Willen wirklich für die SACHE begeisterter Wissenschaftler abhängig – mit voller Kraft eingetreten sind; nur wenige Namen wie z.B. Werner von Koppenfels oder Farouk Grewing kommen einem hier sonst noch in den Sinn. So fungierte der Wolfi bei der PSMS-Weihnachtsfeier vor sechs Jahren als fulminant witziger Knecht Rupprecht, obwohl er mit seinem Auto in Verkehrsschwierigkeiten geraten war und kaum noch rechtzeitig erscheinen konnte. Ferner: Als im Juni 2012 Minister Töchterle angesagt war, kam Wolfi einfach so den weiten Weg aus Freiburg i.Br., wo er damals noch lehrte, um für den Fall, dass der Minister, sein ehemaliger Professor in Oenipons, wegen irgendeiner durch seinen Kabinettschef kurzfristig anberaumten Sitzung von weltpolitischer Bedeutung verhindert sein würde, als Ersatzmann einspringen zu können; er hätte zu uns immerhin (wenn auch nicht auf Nord- so doch) auf Südtirolisch sprechen können. Unendlicher Dank sei Dir, o Wolfi, und es ist ja auch ganz prima, dass Du ein durch die Kombination Bild-Text aufbereitetes Thema zur neulateinischen Literatur behandelst, weil die zur Zeit riesig gefragt ist und deshalb natürlich auch in der PSMS zur Geltung kommen muss. Also erweisen Sie/erweist Ihr doch bitte dem Vortragenden des 8.1.14 die Ehre Ihres/Eures Erscheinens! Er verdient sie ganz einfach schon wegen seines erneuten Sondereinsatzes!

Meint jedenfalls
Ihre/Eure PSMS,
die Ihnen/Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr wünscht.

Vortrag am 18. Dezember 2013

Dr. Lucia Floridi (Università degli Studi di Milano)

“Deriding the Human Monster? Greek Scoptic Epigrams on mikroi and leptoi

Diskussionsleitung: MMag Matthias Jackwerth (Universität Wien)

Lyrikkabinett München, 18.12.2013, 19:15 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,                                             wie bekanntlich die Schweden, so begeht nun auch Trimalchio zur Wintersonnenwende das Fest der St. Lucia, und weil der Name italienisch ist und Trimalchio den Svenska språket nicht besonders gut beherrscht, hat er sich dazu eine richtige Lucia –  wenn auch nicht aus Sizilien, so doch wenigstens aus Milano eingeladen. Es ist noch unsicher, ob sie in weißem Gewande, mit Kerzenkrone, Safranplätzchen und einem Glas glögg ans Pult treten wird, aber da Sie/Ihr vermutlich nicht bereit sind/seid, sie mit dem Lucialied zu empfangen – “Dagen skall åter gry / stiger ur rosig sky, Sankta Lucia, Sankta Lucia” (ja, richtig “sky” bedeutet auch im Schwedischen “Himmel” – neben “himmel”) -, dürfen/dürft Sie/Ihr es der Lucia von Mailand nicht übel nehmen, wenn sie auf diesen apparatus verzichtet. Sie spricht ja nun auch nicht über schwedische, sondern über griechische Texte, die in einem nicht allzu weit von München aufbewahrten Codex unicus stehen: in der wegen des Standortes Heidelberg als “Anthologia Palatina” bezeichneten Sammlung griechischer Epigramme aus der Zeit vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis in die byzantinische Ära. Es handelt sich dabei um ein unbeschreiblich großartiges Wunder von einer Gedicht-Blütenlese, wie Trimalchio, selbst ein Verfasser glänzender Epigramme (z.B. über das Menschlein, dass nix is/st), wohl weiß. Dennoch fand die Anthologia bei der deutschsprachigen Gräzistik, obwohl die Handschrift extra von preußischen Schnurrbärten mit Pickelhaube aus Paris, wohin der altphilologisch offenbar hochinteressierte Napoleon sie verschleppt hatte, zurückerobert wurde, bis in jüngere Zeit viel zu wenig Beachtung. Varför? Weil Altphilologen meist nicht darüber lachen können, wenn etwa die demokritischen allerkleinsten Teilchen unseres Universums, die ja in den über alles geschätzten, geradezu angebeteten Fragmenten der Vorsokratiker zu finden sind, höchst frech für den Spott auf kleinwüchsige Menschen herangezogen werden? Okay, die Zeiten haben sich immerhin auf dem Gebiet deutschsprachiger Dissertationen geändert, weil in UK und USA seit einiger Zeit wichtige Arbeiten zu den griechischen Epigrammen entstanden, so dass auch z.B. unser Vorstandsmitglied Regina Höschele sich extra nach Toronto berufen ließ, um zu prüfen, ob man dort wirklich über Epigramme wie das vom winzigen Markus, der ein Atom mit dem Kopf durchbohrte (XI 93), lacht – solche Texte behandelt Lucia ganz un-Santa-Luceisch und ohne Safranplätzchen in der Hand in ihrem Vortrag. Nun sind ja unsere alpenländischen Brüder und Schwestern, die immerhin z.B. den schwarzen Humor eines Ludwig Hirsch hervorbrachten, zum Kichern über so etwas wie das Gedicht von Lütt-Markus eher bereit – ein weiteres PSMS-Vorstandmitglied, Margot Neger aus Graz, schrieb wie Regina ein wichtiges Buch über antike Epigramme -, und so passt es gut, dass Epigrammforscher Matthias Jackwerth, Mitarbeiter im Team des Epigrammforschers Farouk Grewing, extra aus Wien herbeieilt, um uns Lucia vorzustellen und die Diskussion zu leiten. Wir werden also an einem schwedischen Fest ein italienisch-österreichisch-bayerisches Dreieck bilden und über griechische Epigramme in englischer Sprache hören – passt das nicht blendend zu Weihnachten, Love actually, Völkerverständigung, in-Zungen-Reden und alldem? Also kommen Sie/kommt wieder in Scharen, und genießen Sie/genießt nach dem Vortrag ganz normale Plätzchen!

Dazu lädt ganz herzlich ein
Ihre/Eure PSMS

Vortrag am 13. November 2013

Prof. Dr. David Engels (Université libre de Bruxelles)

“Die Krise der europäischen Union und der Untergang der römischen Republik – historische Analogien?”

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Dennis Pausch (Universität Regensburg)

13. November 2013, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München
die Alten Sprachen sind, weil sie vermeintlich “tot” sind sowie für alte, angeblich weit von uns entfernte Welten stehen, als Unterrichtsfächer umstritten, und gewisse Leute treten bekanntlich für die Entfernung von Griechisch und Latein aus den Schulen ein (weshalb sie auch niemals eine Chance hätten, an Trimalchios üppige Tafel eingeladen zu werden). Auf solche Bestrebungen reagieren wir Altphilologen gerne mit der fachdidaktischer Aufbereitung unseres Stoffes durch Bezüge zur Gegenwart, also mit einer Aktualisierung des in den antiken Texten Gesagten, die den von Trimalchio Auszusperrenden immerhin verrät: nullumst iam dictum quod non dictum sit prius (vorausgesetzt, sie verstehen ein so ungemein schwieriges Latein wie das hier). David Engels nun, der neue Herausgeber des Latomus, einer der führenden europäischen Latinistenzeitschriften, wird über seinen Vortrag, wie der Titel vermuten lässt, das Motto nullumst iam factum quod non factum sit prius stellen. Darüber freut Trimalchio sich angesichts der Bedrohung der beiden von ihm beherrschten Sprachen auch deswegen, weil er von Aktionen weiß, die offenbar in die Gegenrichtung einer Aktualisierung gehen. An irgendeiner exzellenten deutschen Universität wird nämlich, so erfuhr Trimalchio durch Frau Fama, ein Graduiertenkolleg, in dem es um sogar mehr als zwei antike Sprachen und Literaturen geht, unter dem Titel “Distant Worlds” angeboten. Die lingua Britannica (die in dieser deutschen “graduate school” vermutlich gesprochen wird) spricht Trimalchio natürlich nicht, aber da er seinen puer delicatus Croesus an der Rhetorenschule in Oxonia/Provinz Britannia studieren ließ, konnte dieser, ganz zum Anglomanen geworden, ihm zunächst sagen: “Distant Worlds? This must be about Starship Enterprise!” und das dann für seinen Liebhaber und Förderer, wie folgt, übersetzen: “Hoc debet esse de Nave Stellari nomine Interprehenso appellato!”. Darum aber wird es in jenem Graduiertenkolleg sicherlich NICHT gehen (schade eigentlich, oder?), aber ein wenig abgehoben wie das Raumschiff des edlen Nauarchus vere Americanus James Tiberius Kirk klingt der Titel schon – meint jedenfalls puer Croesus. Also, David Engels, der direkt aus Brüssel, dem Zentrum der EU, zu uns kommt, wird keineswegs über uns schweben, sondern (in deutscher Sprache!!!) ein Thema behandeln, mit dem er bereits im französischen Sprachraum zahllose Interessenten fand – sein Buch “Le déclin: La crise de l’Union Européenne et la chute de la République romaine – Analogies historiques” wurde dort zum Bestseller -, und sein Diskussionsleiter, Latomus-Mitherausgeber Dennis Pausch von der Uni Regensburg, wird hier ebenfalls höchst kompetent sein, da er besonders genau den Autor kennt, der Rom an dessen eigener Größe leiden sah, und da Dennis weiß, dass in den verlorenen Büchern des von jenem Autor verfassten Werkes zu lesen war, wie die im “Telefonstil” (K. Thraede) verfassten Briefe der Augustus-Gattin Livia vom Servitium Secretum des mächtigen Parther-Großkönigs Obamus I. heimlich geöffnet wurden, bevor Augustus erfuhr, was er beim Netto ums Eck zum Abendessen einkaufen sollte. Wer jener Autor war, sollten eigentlich auch diejenigen wissen, die gegen unsere Fächer sind, und damit sie es erfahren, lassen wir gut-caesarianische clementia walten und erlauben auch ihnen, der Einladung zu David Engels Vortrag zu folgen Sie ergeht mithin an alle Interessierten sehr herzlich
von
Ihrer/Eurer PSMS

Vortrag am 16. Oktober 2013

Prof. Dr. Sabine Vogt (Universität Bamberg)

Orestes und Klytaimestra in der Odyssee: Narratologische Betrachtung eines Paradeigma

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Susanne Gödde (LMU)

16. Oktober 2013, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

Trimalchio hat, wie man weiß, ein besonderes Verhältnis zur Odyssee. Sic notus Ulixes? fragt er einmal mit Bezug auf sich selbst, wodurch er sich listenreich mit dem Listenreichen identifiziert (und gleichzeitig zu verstehen gibt, dass er auch von Laokoon weiß, den Aeneas dies bei Vergil fragen lässt), und er kennt sich im Text der Odyssee bestens aus, wie er demonstriert, als er den Rhetoriklehrer Agamemnon fragt, ob dieser “die Geschichte von Odysseus” kenne, “wie ihm der Kyklop den Daumen mit Hilfe eines Rings ausgerissen hat.”  Was, IHR erinnert Euch nicht? Also, dem Polyphem wird bekanntlich sein eines Auge ausgedrillbohrt, aber er hat dem Helden einen Zauberring geschenkt, der diesen nach dem Anlegen zu dem Ruf “Hier bin ich!” zwingt, weshalb er nun seinen Finger abreißen oder abbeißen muss, damit ihm nicht noch mehr abgebissen wird. Unbedingt nachlesen, denn Trimalchio täuscht sich nicht!  Oder, um die Erinnerung an das große Werk aufzufrischen, einfach zu Sabine Vogts Vortrag kommen, dem immerhin schon vierten in der bereits 23jährigen Geschichte der PSMS-Vorträge, der sich mit der Odyssee auseinandersetzt. Dass der Vortrag in München stattfindet, passt gut dazu, dass in unserer Stadt – dies dürfte noch weniger bekannt sein als die Daumen/Ring-Geschichte – vor knapp 500 Jahren die erste deutsche Odyssee-Übersetzung verfasst wurde, noch dazu in Prosa, so dass Schadewaldt auch diesbezüglich keineswegs der erste war. Verdient machte sich hier der wackere Magister Simon Schaidenreisser, der in München erst als Rektor der späteren Lateinschule, dann als Stadtpoet und schließlich Stadt-, Kämmerer- und Gerichtsschreiber tätig war, mithin wahrhaft polýtropos wie der epische Heros. Seine Übersetzung, 1537 zu Augschburg erschienen, trägt den Titel Odyssea. Das seind die aller zierlichsten vnd lustigsten vier vnd zwaintzig bücher des eltisten kunstreichesten Vatters aller Poeten Homeri zu Teütsch tranßferiert / mit argumenten vnd kurtzen scholijs erkläret. Klingt auch irgendwie polýtropos, oder? Dieses Epitheton ornans trifft aber auch auf Sabine Vogt zu, vermutlich in höherem Maße als bei allen anderen derzeit in Deutschland als ProfessorInnen lehrenden Gräzisten. Aber inwieweit sie “vielgewandt” ist, wird uns charmanter, als es so ein e-mail-Text kann, ihre Münchner Kollegin Susanne Gödde, die dankenswerterweise die Moderation übernommen hat, vor dem Vortrag erzählen. Ja, und nach Vortrag und Diskussion gibt es an Trimalchios berühmter Tafel nicht nur den funkelnden Wein, der ja schon dem Kyklopen kredenzt wurde, sondern auch (was er ja zugunsten knackiger Griechen verschmähte) ein von Trimalchios vielgewandten Helferinnen listenreich zubereitetes kaltes Büfett. Auf denn, starten wir Semester und neue Saison der PSMS-Vorträge, zu denen ganz herzlich Einladung ergeht von

Ihrer/Eurer PSMS

Vortrag am 17. Juli 2013

nationalpark-bayerischer-wald-tiere112~_v-image512_-6a0b0d9618fb94fd9ee05a84a1099a13ec9d3321Professor Dr. Farouk Grewing (Universität Wien)

“Ein Plädoyer für die Metrik. Steinbutt, Haselhuhn und Konsorten: Warum ein Versmaß mehr ist als nur lästiger Ballast”

Diskussionsleitung: Dr. Margot Neger (Universität Salzburg)

17. Juli 2013, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

Trimalchio ist irgendwie klar geworden, dass er, wie mit seinen Speisen, auch mit den Titeln der PSMS-Vorträge seine bekannten Überraschungsspiele betreiben muss. Denn aus dem letzten Vortragstitel ging überdeutlich hervor, dass es um didaktisch-methodische Möglichkeiten der Rettung des Griechischen als eines Schulfaches gehen werde, und da die Gräzisten in München und Umgebung ganz klar wissen, dass von der Notwendigkeit einer “Rettung” keine Rede sein kann, weil dieses Fach an der Universität und an den Gymnasien mit Abstand das am meisten gewählte ist, ja sogar, was Schüler- bzw. Studentenzahlen betrifft, weit über Informatik und den Naturwissenschaften liegt, kam fast keiner von ihnen zum Vortrag – warum auch? Nun passte es zwar durchaus zum monde à l’envers des angewandten Petronianismus, dass statt dessen überwiegend graecumwährenddesstudiumsnachholverdrossene “Nur-Latein”lehrer anwesend waren (die ein ehemaliger Münchner Griechischordinarius als “Halbphilologen” zu bezeichnen pflegte). Doch Trimalchio hat denn doch nun mal beschlossen, die Karten nicht mehr so offen auf den Tisch zu legen und den Latein-Ordinarius der Wiener Universität, Farouk Grewing, gebeten, seinen Vortragstitel wenigstens ein bisschen zu verschlüsseln. Das hat dieser gemacht, und so wird er hoffentlich die Metriker in München und Umgebung, die sich neugierig fragen werden, was Versmaße mit “Steinbutt, Haselhuhn und Konsorten” zu tun haben, dazu verlocken, in Scharen herbeizuströmen. Als weiterer Anreiz kommt hinzu, dass PSMS-Vorstandsmitglied Margot Neger, die, bis vor etwa einem halben Jahr sehr beliebte Dozentin an der LMU, von ihrem Vaterland zurückgerufen wurde und jetzt in Salzburg lehrt, uns immerhin als Diskussionsleiterin die Ehre und so Gelegenheit zum Wiedersehen geben wird. Zwar hat sie mehrmals versucht, wenigstens als Zuhörerin die rund drei Stunden Hin- und Rückfahrt auf sich zu nehmen, aber z.B. beim vorletzten Mal wurde sie wie Ovid in Amores 3,6 von über die Ufer gegangenen Wassermassen daran gehindert, und da der reiche Trimalchio, wenn am 17. Juli so etwas erneut geschehen sollte, natürlich seinen privaten helicopterus celerrime volans zur Verfügung stellen wird, können alle ihre Freunde sie auf jeden Fall wieder begrüßen. Anders als Margot ist Farouk Grewing in Österreich ein aus Deutschland Zuagroaster, und so kann man ihn bei der Petronian Party fragen, wie das latinistische Dasein in Wien so sei, wenn man ein Piefke ist. Zwar handelt es sich bei ihm, wie man aus seinem Vornamen erschließen könnte – nein, der Nachname wird nicht “Gruuuing” ausgesprochen, ist also durchaus einheimisch -, vielleicht nur um einen halben Piefke, aber hier die Zusammenhänge zu erfahren, macht mindestens Trimalchio superneugierig. Und vielleicht färbt von diesem seinem Affekt sogar etwas auf Gräzisten in München und Umgebung ab und führt den einen oder anderen von ihnen zu dem Beschluss, im Gegensatz zum letzten Mal nun doch wieder einmal im Lyrikkabinett zu erscheinen, zumal es Versmaße ja auch im Griechischen geben soll; das vermuten jedenfalls die Halbphilologen. Wie man sieht, wird der 158. Vortragsabend der PSMS einiges an Überraschungen sowie ein Wiedersehen zu bieten haben, und entsprechend herzlich ergeht die Einladung von

Ihrer/Eurer PSMS

Vortrag am 26. Juni 2013

Werner Dresken und Jörg Epping            (St. Ursula-Gymnasium Düsseldorf)

“Kein Griechisch? Das geht gar nicht”! Erfahrungen mit einer Griechisch-AG an einem Gymnasium ohne Griechisch

Diskussionsleitung: Bernhard Georg (Albert-Einstein-Gymnasium München)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

damit, dass wir dank der modernen Kommunikationslektronik allmählich in Urzeiten der Vor-Schriftlichkeit zurückverfallen, hat Trimalchio sich abgefunden, weil es eh nicht mehr zu ändern ist. Aber dass uns in einem Punkt sogar Verhältnisse des Mittelalters drohen, will ihm nun doch nicht behagen. Denn damals dürfte das westliche Abendland insofern den Gipfel an Barbarei erreicht haben, als immer dann, wenn man bei der Lektüre lateinischen Codices mitten im sprachlich vertrauten Text (z.B. im Kommentar Donats zu Terenz) auf Griechisch stieß, gerufen wurde: “Graeca sunt, non leguntur!” Immerhin musste ein Bischof imstande sein, bei der Einweihung einer Kirche ein griechisches und lateinisches Alphabet in Form eines Andreaskreuzes auf den Boden zu schreiben (wobei vielleicht so mancher frommer Würdenträger darunter war, der bei beiden Schriftsystemen nicht wusste, was die einzelnen von ihm hingekrakelten Zeichen bedeuteten). Aber die frühe Neuzeit brachte zum Glück eine Greek Invasion, die immerhin bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts so weit nachwirkte, dass jeder, der sich an einer deutschen Universiät habilitieren wollte, das Graecum vorweisen musste. Heute dagegen kann es passieren, dass ein Germanist, der auf ein aus der Sprache von Alt-Hellas entlehntes deutsches Wort stößt, es falsch versteht. So las Trimalchio kürzlich eine Geschichte von Hans Sachs, in welcher der Teufel an einem “sambstag” im Februar sagt, er wolle am “pfintztag” wiederkommen, und fand dann in der Paraphrase einer jungen Forscherin die Erklärung, der Höllenchef werde sich an “Pfingsten” wieder zeigen. So lange hätte Luzifer auf das Abschleppen einer sündigen Seele warten sollen? Nein, nicht einmal eine Woche, denn aus “pémpte” (sc. heméra) ward einst zur Bezeichnung des Donners- als des 5. Tages (ab Sonntag gerechnet) per Lautverschiebung das Lexem, das heute noch in oberbayerischen Rückzugsgebieten in der Form “Pfinzer” gebraucht wird, so dass Gründonnerstag “Speispfinzer” heißen kann – dies wurde jedenfalls dem Trimalchio gesagt, als er als Speis einmal ausnahmsweise Schweinshaxe vorsetzte und deshalb Gäste aus Babensham an seiner Tafel saßen. Tja, aber was machen wir, wenn sogar von unseren Germanisten Graeca non leguntur? Wir müssen zwei besonders glühende Fans des Griechischen als eines Schulfaches, Werner Dresken und Jörg Epping, die es an einem nicht-humanistischen Gymnasium in Düsseldorf immer wieder schaffen, dass eine große Anzahl von Schülern in ihrer Freizeit paideúo, paidéueis  … konjugieren, bei uns darüber reden lassen, wie genau sie es fertigbringen, dass ihre Arbeitsgemeinschaft sich größter Beliebtheit erfreut und sogar schon die Presse höchst beeindruckt darüber berichtete. Nun, es könnte sein, dass sie die 16-18jährigen erst mit Uzo trunken machen, damit diese sich für die AG einschreiben, und z.B. den Epheben unter ihnen außer weiterem Frei-Uzo ein Mädchen von Piräus versprechen. Oder aber Werner und Jörg haben eine praktikable pädagogische Methode entwickelt, nach der sie das Jungvolk WIRKLICH für die glôtta der Hellenen zu begeistern vermögen, so dass wir das dann alle nachahmen und den Weg aus dem Mittelalter wieder herausfinden können. Wer’s nicht glaubt, dass das unbedingt notwendig ist, damit nicht nur die Babenshamer wissen, welcher (hochddeutsch anders benannte) Wochentag mit “Irter”, abgeleitet aus “Eritag”, gemeint ist, kriegt anschließend bei der Petronian Party keinen Uzo und schon gar kein Mädchen von Piräus.

Droht
Ihre/Eure PSMS

Vortrag am 03. Juni 2013

Dr. Antonio Ziosi (Università di Bologna) Signorelli_Luca-Virgil

“Dramatic Metamorphoses of Virgil in the English Renaissance”

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Werner von Koppenfels (Universität München)

03. Juni 2013, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

Trimalchio hatte es sich so fein ausgedacht: 22 Jahre nach Gründung der PSMS sollte aus den 2 Ländern, aus denen die Bücher seiner tres bybliothecae stammen, Griechenland und Italien, je ein Vortragender kommen, um dem Jubiläum besondere Weihe zu geben, und es sollten junge Wissenschaftler sein. So erschien denn auch zunächst Ioannis Konstantakos von der Universität in Athen, der seine Ausführungen zu den Grundlagen des Erzählens passenderweise mit der Ilias beginnen ließ und den Maria Oberlinner so kundig und charmant und in so flüssigem Englisch moderierte, wie nur irgend möglich. Doch als der PSMS-Abend zu Ende war, musste fast ein Drittel der von Trimalchios erstklassigem Partyvorbereitungstruppe Julia-Heike-Pavlinka-Silvia-Julia-Gmbh erstellten Cena, welche die Qualität der Original-Cena wieder einmal um Längen übertraf, den elektronisch-automatisch angeleuchteten, sorgfältig mülltrennenden Mülleimern des Lyrikkabinetts überantwortet werden, schluchz!!! Trimalchios ständiger Rat der Sieben Weisen fand viele Erklärungen für das, was nie zuvor geschehen, favorisierte aber vor allem eine: weil der Vortrag lingua Britannica gehalten wurde. Tja, was soll man dazu sagen? Dass Deutsch nicht mehr die Weltsprache der Altphilologie ist, haben die Deutschen sich selber eingebrockt, zum einen durch den Wahnsinn von 1939 bis 1945, zum anderen dadurch, dass ihre Altphilologen seit den 80er Jahren mehrheitlich so recht keine Lust zeigten, an der internationalen Entwicklung der Literatur- und Sprachwissenschaft zu partizipieren und deshalb allerlei nur bedingt Lesenswertes produzierten. Nun versucht ja Wilfried Stroh schon seit einiger Zeit, Latein als Sprache u.a. der altphilologischen Wissenschaft einzuführen, aber leider ohne Erfolg. Und so kamen Trimalchios Räte zu dem Ergebnis, in ihrem Gutachten über die PSMS-Niederlage vom 8. Mai 2013 zu schreiben, dass, wenn Ioannis Konstantakos auf Lateinisch vorgetragen und seine Darlegungen in exordium, narratio, propositio, argumentatio und peroratio gegliedert hätte, der Saal brechend voll gewesen wäre, ja per Lautsprecher auf die Straße hätte übertragen werden müssen, und dass die Julia-Heike-Pavlinka-Silvia-Julia-GmbH dann noch weit mehr an Cena bereitzustellen gezwungen gewesen wäre. Aber Latein ist nun einmal nicht unsere lingua Franca, sondern Englisch, selbst wenn der Monaco Franze sicher vielen Münchnern aus der Seele spricht, als er sagt: “Ich kann mir dieses Englische nicht merken, ich kann’s nicht aussprechen, ich kann’s nicht schreiben, ich versteh’s nicht einmal selber, wenn ich’s sag!” So wird denn auch der Jubiläumsvertreter des anderen Landes, der kundige und charmante und flüssig Englisch sprechende Antonio Ziosi aus Bologna, seinen Vortrag Britannice halten. Aber wie klänge es denn auch, wenn er, mit Vergil in der englischen Renaissance befasst, ständig “Guilelmus Shakusspearus” sagen würde (was so klingen würde wie “Biggus Dickus”)? Wäre das wirklich so reizvoll? Was würde wohl sein Moderator, Werner von Koppenfels, quasi Mitgründer der PSMS und Verfasser des höchst lesenswerten Buches “Bild und Metamorphose (!). Paradigmen einer europäischen Komparatistik”, mithin international angesehener Spezialist für Antonio Ziosis Thema, dazu sagen? Also doch nochmals Englisch, und vielleicht verschwinden die vom berühmten Catering Team (= Lebensmittellieferungsgruppe) zubereiteten Delikatessen diesmal alle in den stomachs (=Mägen) der audience (=des Auditoriums).

Hofft jedenfalls
Ihre/Eure PSMS

 

Vortrag am 08. Mai 2013

Prof. Dr. Ioannis M. Konstantakos (Universität Athen) 01-1143-1

“Es war einmal…”: The Archaeology of Folktales and the Popular Narrative Traditions in the Ancient World”

Diskussionsleitung: Maria Anna Oberlinner (LMU München)

8. Mai 2013, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

Es war einmal vor dreimal sieben Jahren … nein, kein Königssohn und kein Drache und keine böse Stiefmutter, sondern ein Buch (und so etwas gehört ja ebenfalls mehr und mehr einer vergangenen märchenhaften Welt an, weil viele nur noch die Vorstellung “facebook” damit verbinden können). Dieses Buch war bereits ein Jahr nach der Gründung der PSMS von ihren damaligen Mitgliedern herausgegeben worden, und es enthielt von ihnen verfasste Aufsätze zu dem (von einem Anonymus der frühen Kaiserzeit geschriebenen) biographischen Roman über den bekanntesten Geschichtenerzähler der Antike, Äsop. Obwohl das Buch nicht in der Sprache verfasst war, “which we all understand” (David Niven in “Death on the Nile”), löste es, da vorher über den Äsop-Roman kaum geforscht worden war, doch international eine eifrige Forschungstätigkeit aus. Und so sah sich auch Ioannis Konstantakos von der Universität Athen, der vor dreimal sieben Jahren noch oben auf der Akropolis zusammen mit seinen pickeligen Mitschülern – sie hießen wohl Nikolaos Xyloures oder Martinos Pantaloni – erstmals Augen auf die herumflanierenden und -kichernden korítsia warf und auf ein erstes “Es war einmal …” mit ihnen aus war, Anfang des neuen Jahrtausends zu einer Dissertation und mehreren Aufsätzen über den Bíos Aisópou motiviert. Und da er nun sowohl die Macher jenes alten Buches kennenlernen als auch zur Abwechslung mal statt über die große Amalienstraße in Athen über die kleine gehen möchte, an der das große Lyrikkabinett steht, besteigt er demnächst am Diéthnis Aeroliménas Athenón Eleuthérios Venizélos ein von den beiden netten Piloten Daidalos und Ikaros gelenktes Flugzeug und kommt zu uns. Sein Gepäck wird voller Geschichten stecken, und er will uns als wahrer Aisopos zeigen, wie in der Antike aus wenigen Grundmustern die bunte Welt des “Es war einmal …” entstand. Als Moderatorin seines Vortrags, den man dann am Bildschirm  mitlesen kann – Inglisch Sprak swer Sprak! -, fungiert Maria Anna Oberlinner; sie dürfte Ihnen/Euch allein schon durch ihre charmante Reaktion auf die erste Wortmeldung, die sie bei ihrer ersten Diskussionsleitung vor eineinhalb Jahren entgegennahm, in bester Erinnerung sein. Maria wiederum kam jüngst aus einer ganz anderen Richtung als der äsopische Ioannis geflogen, sicher auf Franz Joseph Strauß aufgesetzt von zwei kanadischen Piloten, die nicht dasselbe Fischgericht gegessen hatten wie einst die von Vancouver Richtung Halifax (deren Geschichte man zum Glück nicht in einem Buch nachlesen muss, sondern auf YouTube anschauen kann). Denn sie hatte als BBB (“Botschafterin Bayerischer Begabtheit”) zween Semester lang an der University of Toronto bei Regina Höschele studiert, der Neugründerin der PSMS und Begründerin des üppigen kalten Büfetts anstelle von Stefan Merkles Brez’n, welche die PSMS vorübergehend in die Brez’nkrise gestürzt hatten. Weil wir schon bei diesem Thema sind: Dank einer Initiative des regelmäßigen PSMS-Gastes Dr. Blum vom Maxgymnasium wurde uns von der Elisabeth-Saal-Stiftung eine großzügige Spende bewilligt, und so kann das üppige kalte Büfett diesmal noch üppiger werden. Also, nachdem wir in der Manier wahrer Erzähler von “Es war einmal …” über Drache, Äsop, Klein-Pantaloni, “Ja, Vater …?!”, Halifax und Brez’n zur luxuria der “Petronian Party” gelangt sind, müsste doch deutlich geworden sein, wie sehr es sich immer wieder lohnt, zu unseren Vorträgen zu kommen. Letztes Mal Matthias Ludolphs spannend-scharfsinniger Cicero-Krimi, diesmal Geschichten von einem Nachfahren Äsops – Ihr solltet einfach wieder kommen, um uns erneut die Ehre zu geben, und darauf freut sich

Ihre/Eure PSMS

 

Vortrag am 17. April 2013

66360-004-8393CE1ADr. Matthias Ludolph                                      (Albert-Einstein-Gymnasium München)

“Wer ermordete Sextus Roscius aus Ameria?”

Diskussionsleitung: Maria Krichbaumer (Wittelsbacher Gymnasium München)

17. April 2013, 19.15 Uhr, Lyrikkabinett München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

eine besonders kritische Situation im Leben der Studienreferendarin und des Studienreferendars ist die Lehrprobe. Da steht sie oder er vor einer nicht eindeutig einzuschätzenden Schülerschar – ausgerechnet der Klassenprimus ist natürlich heute krank! – und vor der hinten sitzenden Jury und muss eine bis ins letzte durchgeplante Unterrichtseinheit möglichst perfekt sowie mit möglichst wenigen Pannen abwickeln, ohne hoffen zu können, damit die optimale Note zu erzielen. Dabei ist die doch so eminent wichtig für das Fortkommen, wenn die zwei Jahre (endlich) vorbei sind! Alle in der hinteren Reihe flößen dabei Furcht und Nervosität ein, besonders aber die Seminarleiterin bzw. der Seminarleiter. Das weiß Trimalchio, obwohl er so etwas nie  durchmachen musste – dabei wäre ihm vermutlich mit seinen Ausführungen darüber, wie Hannibal Troja eroberte, der Einser von vornherein sicher -, und deshalb hat er, offiziell zuständig für le monde à l’envers, sich Folgendes für den Vortragsabend des 17.4. ausgedacht: Er lässt je eine Seminarleiterin und einen Seminarleiter vorne am Vortragspult reden, während er den ReferendarInnen, denen eine LP unmittelbar bevorsteht, die letzte Sitzreihe reserviert. Von dort aus können dann diese ReferendarInnen so ernst und änigmatisch dreinschauen, wie es sonst aus ihrer Sicht die Mitglieder der LP-Jury tun, und vielleicht stärkt ihnen das den Mut für ihre nächste LP. Allerdings ist nicht unbedingt zu erwarten, dass unser Vortragender, Matthias Ludolph, Seminarleiter am Albert-Einstein-Gymnasium, sich durch irgendetwas – z.B. provokatives SMS-Schreiben –  aus der Ruhe bringen lässt. Denn er hat es sogar schon fertiggebracht, in einer Toga und mit einem Lorbeerkranz auf dem Haupte vor Viertklässler in Grundschulen, also vor 9-10jährige, zu treten, um bei ihnen für Latein zu werben und ihnen gleichzeitig mit Hilfe des Lateinischen deutlich zu machen, dass Englisch eigentlich keine richtige Sprache sei, weshalb jede/r sie einfach so könne; dabei ließ er sich z.B. von Zwischenrufen wie “F…. you!” oder “Shut the f…. up!”, welche die Kleinen tatsächlich ganz ohne Englischunterricht gelernt hatten, aus der Ruhe bringen. Ja, und Maria Krichbaumer, Seminarleiterin am Wittelsbacher-Gymnasium, die Matthias Ludolph vorstellen und die Diskussion leiten wird, blieb ebenfalls immer cool, obwohl einst unter den Schülern vor ihr in der letzten Reihe z.B. kein Geringerer als Maxi Maier saß, der bereits als Abiturient bei einem PSMS-Vortrag eine der besten Diskussionsleitungen bot, die wir je hatten, also durchaus hätte verunsichernd wirken können. Was den Vortrag betrifft, ist im Titel, wie manche/r von Ihnen/Euch gedacht haben mag, “Ameria” kein Druckfehler für “Amerika”, obwohl das Thema, “who dunnit?”, durchaus in diese Richtung weisen könnte. Es ist erst das zweite Mal, dass jemand auf Einladung der PSMS über Cicero spricht. Klar, so besonders trimalchionisch-romanhaft ist der wohl nicht, aber einige seiner Reden, darunter die von Matthias Ludolph gewählte, erwecken doch keine geringe Spannung, und wenn es wie in diesem Falle sogar um Mord geht, ist ein nicht einmal bei der Cena Trimalchionis erörtertes, aber sehr heißes Thema angesprochen. Wieder steht ganz offensichtlich ein lohnender Abend zu erwarten, zumal Matthias Ludolph fest versprochen hat, seine Toga und seinen Lorbeerkranz daheim zu lassen sowie Deutsch zu reden. Wir laden also wieder besonders herzlich ein, natürlich auch zur Petronian Party, welche das bekannt-bewährte, fast ausschließlich aus ReferendarInnen bestehende Catering Team trotz der bevorstehenden LP wieder optimal vorbereiten wird.

Ihre/Eure PSMS