Vortrag am 08. Februar 2017

Dr. Matthias Hengelbrock (Altes Gymnasium Oldenburg i.O.)

Seneca“In Einklang mit der Natur: Seneca und die Philosophie der Stoa”

Diskussionsleitung: OStR Henriette Kebekus (Max-Josef-Stift München)

Mittwoch, 08. Februar 2017, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

ja, wer es auf Anhieb vermutete, als er/sie den Namen des Vortragenden las, hatte recht: “Von jenem edlen Brüderpaar / ist dies das andere Exemplar.” Auch fratres gehören in den petronianischen Diskurs, selbst wenn sie in den Satyrica eigentlich keine Rolle spielen; frater wird in der Romanhandlung nur von Enkolp für seinen puer delicatus Giton verwendet. Natürlich wäre es ganz im Sinne der PSMS-Tradition gewesen, wenn Matthias Hengelbrock seinen Bruder Thomas dazu gebracht hätte, den Diskussionsleiter zu machen – und nicht nur das, sondern sich auch noch während der anschließenden Petronian Party mit ihm brüderlich zu einem Instrumentalduett zu vereinen; denn musikalisch steht der Vortragende dem Elbphilharmonie-Bruder in nichts nach, ja er ist – um Henriette Kebekus, die für Thomas dankenswerterweise eingesprungen ist, in diesem Punkt vorzugreifen – einer der Juroren beim Preis der deutschen Schallplattenkritik und folglich von Musikern, speziell denen, die Kompositionen des 17./18. Jahrhunderts darbieten, sogar gefürchtet. Aber auch wenn Matthias und Thomas uns nun kein Bruderduo für Violine und Bratsche bieten werden, so freut es uns umso mehr, das wir einen Ersatz ankündigen können: Am 24. Mai dieses Jahres wird Bettina Plecher (wie Matthias Hengelbrock “nebenbei” Latinistin), die Autorin von zwei im Münchner Ärztemilieu spielenden rororo-Krimis in Begleitung einer nur aus Ärzten bestehenden Band bei uns auftreten und die bei uns schon länger abgerissene Tradition der Autorenlesung (die letzte war 2012) wiederbeleben. Was Brüder betrifft, hatten wir vor 13 Jahren immerhin einen Zwilling als Vortragenden, den prominenten Petronianer Costas Panayotakis, der uns erzählte, wie er und sein Bruder Stelios einst, gerade fertig mit dem Studium an der Universität von Rethymno auf Kreta, eines Tages beschlossen, in den Westen zu gehen und wissenschaftliche Karriere zu machen, wobei sie vorher die Ressorts romanhaft brüderlich aufteilten: “O Stelie, adelphídion mou, I vill do Petronius, so zis leaves Apuleius for you!” Zwar blieb Stelios im Gegensatz zu Costas dem Vorsatz nicht getreu, indem er, statt das zigste Buch über Apuleius zu schreiben, das erste wirklich gute über die Historia Apollonii regis Tyri verfasste UND AUCH NOCH nach Kreta zurückkehrte (Costas dagegen landete in Glasgow), aber Trimalchio hat sich jetzt in den Kopf gesetzt, die beidem demnächst zusammen auftreten und das Publikum raten zu lassen – als Preise winken PSMS-Ehrenmitgliedschaften -, wer jetzt Costas und wer jetzt Stelios ist. Deshalb unternimmt Trimalchio Ende Februar eine Dienstreise nach Kreta, um – wie einst Major Fermor den General Kreipe – den Stelios zu entführen; Costas ist leichter herzukriegen, weil er oft im Thesaurus arbeitet und man ihn dort nur mit einem der et-Karteikästen erpressen muss: “Costas, if you don’t giff a paper togezer  viss your tvin brozer Stelios, I’ll drop zis et-box and tell Friedrich zat YOU did it!” Okay, sollte das aber alles nicht funktionieren, haben wir auch noch die Option des PSMS-Auftritts von zween Schwestern, die gleichfalls von weit her kommen, in der pipeline – nur wird da noch nichts verraten. Irgendwie sind ja auch Seneca, über den Matthias Hengelbrock sprechen wird, und Petron Brüder, zumindest bei Tacitus: Die zwei haben sich zwar nicht die wissenschaftlichen Themen untereinander aufgeteilt, dafür aber die Selbstmordmethode und den jeweiligen philosophischen Hintergrund. Allein schon das rechtfertigt es, dass nun doch auch einmal über den Verfasser der Epistulae morales auf Einladung der PSMS gesprochen wird, obwohl er, wie man allgemein annimmt, von Petron im Roman mehrfach parod … “Trimalchio, vill you shut ze f*** up now,” ertönt gerade die Stimme des von der Thesaurus-Arbeit in den Atzinger kommenden Costas, “you are just babbling a load of rubbish, because you are cross viss Thomas for not chairing his brozer!” Okay, Costas, aber es wird sich dennoch lohnen, zum Vortrag Matthias Hengelbrocks zu kommen, weil es auch das erste Mal sein wird, dass der Vortragende zwei Meter groß ist, so dass Henriette vielleicht auf einen Stuhl steigen muss. Und dass es sich jemals nicht gelohnt haben sollte, zu uns zu kommen,

bestreitet wild
Ihre/Eure PSMS
P.S. Übrigens hat Werner Suerbaum einen Bruder namens Ulrich, welcher ein bekannter Anglist ist und deshalb u.a. mal als Sachverständiger in einer ZdF-Quizsendung auftrat – wie man sieht, sind die Möglichkeiten, die sich der PSMS bruder- und schwestermäßig auftun, unbegrenzt!
P.P.S. Für den Hengelbrock-Abend hat sich der Bruder eines der PSMS-Vorstände angekündigt, der zum letzten Mal im Juli 2011 da war. Wer die Ähnlichkeit erkennt, wird auf jeden Fall Ehrenmitglied.
P.P.P.S. Mindestens Zwilling Costas wird am 8.2. ebenfalls anwesend sein, direkt vom Thesaurus kommend!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *