Vortrag am 09. Juli 2014

UnknownDr. Serena Pirrotta und Katharina Legutke, M.A. (Verlag deGruyter, Berlin: Abteilung Antike):

“Wie wird man vom Fragmente-Freak zur Verlagslektorin”?

Diskussionsleitung: Maria Anna Oberlinner (LMU)

09. Juli 2014, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS, wenn jemand in der Kaiserzeit auf die Frage, was er gerade lese, “Arma” antwortete – denn damals zitierte man Bücher (wie heute noch die päpstlichen Encyclca) nach dem Incipit -, wurde er fernerhin gefragt, ob er Vergils “Amores” oder Ovids “Aeneis” meine, und dann fragte er zurück, ob man denn nicht wisse, dass Vergil gar keine “Amores” geschrieben habe, und so entstand schließlich ein heilloses Durcheinander. Dem ist nun vergleichbar, dass immer dann, wenn Dottoressa Serena Pirrotta, die eine der beiden Stars dieses PSMS-Abends, auf die Frage, worüber sie sich promoviert habe, antwortete, über die Platon-Fragmente, fernerhin gefragt wurde, von welchen verlorenen Dialogen denn diese Fragmente seien, worauf sie wiederum erwiderte, es seien Fragmente von Komödien, nicht von Dialogen; darauf der Frager: “Hat denn, o Serena, Platon auch Komödien geschrieben?” – Serena: “Nein, beim Hund, mein Bester, sondern ein anderer Platon schrieb sie, ein Zeitgenosse des Aristophanes!” Frager: “Ja, war denn der mit Platon verwandt …?” Also, auch hier ein Durcheinander, und es wäre möglich, dass Serena deshalb, weil sie dem künftig entgehen wollte, von der Wissenschaft ins Verlagswesen überwechselte – aber das wird sie uns, wie der Vortragstitel ahnen lässt, selber erzählen. Und Katharina Legutke, der andere Star, Serenas Kollegin, wird erzählen, wie sie von den Centones … “Was ist denn das schon wieder?” Gemach, gemach! Was der Abend bringen soll, ist ein Einblick in die Tätigkeit von zwei Mitarbeiterinnen des De Gruyter-Verlages, die u.a. für die Reihen “Bibliotheca Teubneriana” und “Sammlung Tusculum” zuständig sind. Letztere hat ja in jüngerer Zeit eine wechselvolle Reise von München über Zürich, Düsseldorf und Mannheim nach Berlin gemacht und hofft, dass sie dort in der Genthiner Straße nun endlich ihr Tusculum gefunden habe. Darüber, welche Aussichten diesbezüglich bestehen, werden Serena und Katharina in einem von Maria Oberlinner moderierten Gespräch erzählen, aber z.B. auch darüber, wie es für Lateinstudenten, nachdem sie sich durch Studium und Referendarzeit vergeblich hindurchgeplagt haben, weil es nicht mehr genügend Stellen gibt, oder von vornherein gar nicht auf Lehramt studiert haben, mit der alternativen Möglichkeit des Lektorenberufes aussieht. Also, es wird viel zu klären geben, und wirklich ernsthafte Themen werden zur Sprache kommen, weswegen Trimalchio, als Serena, Katharina und Maria fragten, ob seit dem großartigen Beispiel, das Gerard Boter am letzten PSMS-Abend gab, Toga als Bekleidung nun von allen künftigen Vortragenden und Moderatoren erwartet werde (was Valahfridus Stroh sicher wunderbar fände), sie wissen ließ, nein, dann lieber Centones. “Ja, verflixt, was sind denn nun Centones?” – Das, o daimónie, wird Dir, beim Zeus, am Abend des 9. Juli 2014 gesagt werden und vieles andere mehr. Wir empfehlen also, unbedingt zu diesem besonders spannenden Abend als dem Grande Finale des laufenden Semesters zu kommen. Es wird halt einmal etwas ganz anderes sein, keine ex cathedra vorgetragene bürgerliche Wissenschaft, sondern etwas, ohne das diese nicht existieren kann: ein umfassender Einblick in die Bücherwerkstatt Antike, und dies in lockerem Gespräch mit zwei charmanten Frauen, moderiert von einer weiteren charmanten Frau und per Publikumsbegrüßung eingeleitet von dann noch einer charmanten Frau, so dass der Grazien diesmal sogar ihrer vier sein werden, ohne dass eine einzige aus Graz stammt (was wir noch nie hatten). Dazu lädt wieder herzlich ein Ihre/Eure PSMS

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