Vortrag am 16. April 2014

ara_pacis_01StD Dr. Michael Lobe                                         (Otto-Friedrich-Universität Bamberg):

“Von Krieg und Frieden: Mars und Pax in ovidischer Dichtkunst und augusteischer Architektur”

Diskussionsleitung: StD Christine Friepes (Erding)

16.04.2014, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,

nichts hat sich wohl seit früher so sehr geändert wie die Gymnasialpädagogik. Einst wurde ein Schüler, wenn er nur einfach frech dahergeredet hatte, in den Karzer gesteckt – vor allem, wenn seine respektlose Bemerkung in der Sache berechtigt war. Aber damit dann nicht genug: Der Ich-Sprecher eines der zehn bedeutendsten Werke der Weltliteratur, der “Lausbubengeschichten” (nämlich die Nr. 2 nach der Donald-Duck-Geschichte “Die gestörte Nachtruhe” von Carl Barks. Was, die kennt wieder niemand außer Stefan Merkle? Alle ab in den Karzer!!!), schreibt, was geschah, als er nach zwei Stunden Karzerhaft in die von ihm bewohnte Pension zum Onkel Franz kam: “Der Onkel wartete schon auf mich, weil er mich immer durchhaute, wenn ich eingesperrt wurde.” Eine höchst wirksame Doppelpädagogik. Auch Ehrfurcht gegenüber dem Staat konnte man jungen Herzen so einpflanzen. Der Verfasser der “Lausbubengeschichten” erzählt von einem Sonntagsspaziergang mit seinem Onkel Josef über die Münchner Ludwigstraße, bei dem er plötzlich eine Pfundswatschn bekam und auf sein protestierendes “No? I hab do nix to …” erwidert bekam: “Sixt, de Watschn hast jetzt kriagt, daß d’allaweil dran denkst, daß König Ludwig I. die wunderbare Straßn da erbaut hat, und überhaupt noch viel Schönes in unserm guaten München.” Ludwig I. und die Macht der Bilder: Klatsch! Nie wieder konnte Thoma über die Ludwigstraße gehen, ohne an Ludwig I. zu denken. Ob die Römer ihren Kindern auf ähnlich drastische Weise “Augustus und die Macht der Bilder” ins Bewusstsein brachten? Man wüsste es gerne im Jahr des 2000. Todestages. Eines allerdings steht fest: Michael Lobe, Fachdidaktiker an der Uni Bamberg und Studiendirektor am Nürnberger Melanchthongymnasium, wird uns seinen Beitrag zur propagandistisch-augusteischen Ikonographie auf gar keinen Fall gewaltsam vermitteln. Denn er ist ein ausgesprochen sanfter Pädagoge. Doch das näher zu charakterisieren überlassen wir seiner Kollegin vom Erdinger Korbinian-Aigner Gymnasium, der langjährigen PSMS-Veranstaltungsbesucherin und -Spenderin Christine Friepes, die den Michael dankenswerterweise moderieren wird (und gleichfalls eine sanfte Pädagogik vertritt). In einem Punkt allerdings ist altbackene Gymnasial-Superdisziplin im Zusammenhang mit dem Vortragsabend denn doch im Spiel: Wir laden dazu in den Osterferien ein, noch dazu am Mittwochabend vor Gründonnerstag!!! Das ist ein wahrer Härtetest, wie uns wohl bewusst ist. Aber es war für den April kein anderer Termin zu kriegen. Außerdem hätten wir es ja – DAS wäre uns vom Lyrikkabinett sicher erlaubt worden – angesichts des Augustus-Jubiläums NOCH härter machen können, indem wir den 21.4. als den Tag der Gründung Roms und somit heuer den Ostermontag genommen hätten! Haben wir aber nicht, was doch sehr nett ist. Und als Anerkennung dafür wünschen wir uns von Ihnen/Euch zahlreiches Erscheinen zu einem Vortragsabend, der mit Sicherheit wieder ein Ereignis werden wird, zumal er ein so aktuelles Thema hat und sowohl Christine als auch Michael durchaus nicht protestiert haben, als sie von dem Ferientermin hörten.

Hut ab vor den beiden! Meint
Ihre/Eure PSMS