Prof. Dr. Kai Brodersen (Präsident der Universität Erfurt):
“UFOS in der Antike – oder warum Obsequens heutige /Nerds/ begeistert!”
Diskussionsleitung: PD Dr. Andreas Heil (TU Dresden)
19. Dezember 2012, 19:15 Uhr, Lyrikkabinett München
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der PSMS,
das Übersinnliche spielt bekanntlich eine wichtige Rolle an Trimalchios Tafel: Da ist viel von Astrologie die Rede, da erzählt man sich von einem Werwolf und von Hexen, die ein Kind durch ein Wechselbalg ersetzen. Aber um Wesen von anderen Sternen geht es in den Gesprächen nicht, obwohl, wie man aus Iulius Obsequens weiß, bereits in der Antike “Unidentified Flying Objects” gesichtet wurden. Was man damals so alles in dieser Richtung mitbekam, ist zweifellos interessant zu wissen. Denn vielleicht gab es ja auch schon ein Raumschiff mit einem Nauarchus Jacobus T. Circus, einem Dominus Spoccus Auritus Vulcanensis und einem Archifaber Montgomerus Scotus (“radia me sursum, o Scote!”), ja vielleicht tobten damals schon erbitterte Bella Stellarum und abgrundschlechte Bösewichte wie Darthus Vaderus traten darin in Erscheinung! Nun, da es sich auch bei dem von Rentieren gezogenen Schlitten des Weihnachtsmanns um ein bisher unidentifiziertes fliegendes Objekt handelt – denn gesehen wurde dieser Schlitten bisher nie, nur die Geschenke waren dann halt immer da, und irgendwie müssen sie ja wohl unter den Weihnachtsbaum gekommen sein -, trifft es sich gut, dass Kai Brodersen die einst so herrlich nachkriegsdeutsch “Fliegende Untertassen” genannten UFOs des klassischen Altertums in seinem diesjährigen Weihnachtsvortrag behandeln wird. Der Kai war bekanntlich schon mehrfach hochwillkommen unser identifizierter Weihnachtsmann: Nachdem er bereits in Pioniertagen der PSMS noch ganz brav bürgerlich-wissenschaftlich über Äsop gesprochen hatte, referierte er am 19.12.2002, also genau zehn Jahre vor seinem diesjährigen Auftritt, über King Kong den Karthager, am 18.12.2003 stellte er Verbindungen zwischen Arminius und Arminia Bielefeld her, am 21.12.2006 inszenierte er zusammen mit Markus Janka einen interaktiven antiken Krimi, und am 21.12.2009 sang er zusammen mit uns “Als die Römer frech geworden …” und ließ eine junge kanadische Professorin als Thusnelda agieren. Er kommt also mit seinem Schlitten zum sechsten Mal zu uns, ist damit derjenige, der am bisher häufigsten zu einem PSMS-Vortrag eingeladen wurde, und jedesmal jubelten ihm die petronianischen Massen zu, weil er nicht nur so ausgesprochen phantastische Themen präsentiert, sondern auch ein mitreißender Redner ist. Mittlerweile in der Hauptstadt einer der sogenannten neuen Bundesländer, Thüringen, gelandet und dort einer der angesehensten Männer der Stadt, wird er passenderweise von einem in der Hauptstadt des benachbarten neuen Bundeslandes Sachsen lehrenden Kollegen, Andreas Heil, moderiert; Andreas, der im laufenden Semster vertretungsweise auf dem seit dem 1.10.2011 vakanten Münchner Lehrstuhl für klassisches Latein sitzt, hat zu Beginn des WS 2011/12 einen PSMS-Vortrag gehalten, und zwar ebenfalls über ein sehr interessantes Thema: die priapeischen Seiten Vergils. Und da die 4. Ekloge bekanntlich ebenfalls mit Weihnachten zu tun hat, eignet Andreas sich bestens als Kais Knecht Rupprecht. Oder werden sie beide als der fliegende Verbrechensbekämpfer Vespertiliovir und dessen Gehilfe Rubecunda durchs Dach des Lyrikkabinetts herabschweben? Es gibt da viele Möglichkeiten, und da wir Altphilologen als solche im Grunde noch weit größere Nerds sind als Sheldon Cooper und ja auch schon mal einen gräzistischen Ufo in unserem Institut hatten, werden wir an jeder von Kai und Andreas gebotenen impersonatio unsere Freude haben. Damit rechnet jedenfalls ganz fest und lockt gleichzeitig mit plätzchengefüllten Untertassen
Ihre/Eure PSMS

